„Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!“ Mit diesen Worten schloss Boris Ravignon, Bürgermeister von Charleville-Mézières, nicht nur seine Rede, sondern trug sie auch ins Goldene Buch der Stadt ein. 60 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Dülmen und Charleville-Mézières galt es am Pfingstwochenende feiern. Am Samstagmorgen begrüßte Bürgermeister Carsten Hövekamp seinen französischen Amtskollegen und eine Delegation der Partnerstadt im Großen Veranstaltungssaal des einsA. Auch Vertreterinnen und Vertreter des Dülmener Partnerschaftskomitees sowie von Politik und Verwaltung nahmen an dem Empfang teil.
„Dass die Freundschaft zwischen Charleville-Mézières und Dülmen auch nach sechs Jahrzehnten noch bunt und lebendig ist, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, betonte Hövekamp- „Es ist vor allem das Ergebnis eines großen Willens und leidenschaftlichen Engagements von Menschen in unseren beiden Städten.“ Er dankte in seiner Rede insbesondere den ehrenamtlichen Mitgliedern der Partnerschaftskomitees beider Städte, die mit verschiedenen Projekten, wechselseitigen Besuchen und Ausstellungen immer wieder für neue Impulse sorgten.
Eva Vasmer: „Ich bin demütig und dankbar für die Freundschaft“
Boris Ravignon erinnerte in seiner in flüssigem Deutsch vorgetragenen Rede an die Ursprünge der Städtepartnerschaft, die 1963 – im Jahr der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages zwischen Deutschland und Frankreich – geschlossen worden war. Trotz der erbitterten Kriege zwischen beiden Ländern in der Vergangenheit, sei seit damals eine Freundschaft über Grenzen hinweg entstanden. Konrad Adenauer und Charles des Gaulle hätten mit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages die Basis für Frieden und Freiheit in Europa geschaffen. Beide Bürgermeister betonten die Bedeutung der engen Freundschaft zwischen Deutschland und Europa, insbesondere vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine, der ganz Europa erschüttere und den Bürgerinnen und Bürgern Sorgen mache.
Sie sei „demütig und dankbar für die Freundschaft, die uns bei jedem Treffen vorbehaltlos entgegengebracht wird“, betonte auch Eva Vasmer, Vorsitzende des Dülmener Partnerschaftskomitees (Pako), mit Blick auf die engen Beziehungen zum Comité de Jumelage (Partnerschaftskomitee) aus Charleville-Mézières. „Daher feiern wir die Freundschaft an diesem Wochenende aus vollem Herzen und arbeiten weiter an Projekten, die die Bürger unserer Städte einander näherbringen.“
Marie-Jo Favre, Präsidentin des Comité de Jumelage betonte, dass im Laufe der Jahrzehnte durch den Austausch zwischen Schulen, Kultur- und Sportvereinen ein unschätzbarer Fundus an Erfahrungen und Perspektiven entstanden und eine dauerhafte Verbindung geknüpft worden sei. Sie freue sich auf das Wochenende in Dülmen und weitere Projekte in der Zukunft.
Im Anschluss an den Empfang machten sich Gäste und Gastgeber gemeinsam auf den Weg zur Wildpferdebahn nach Merfeld, um gemeinsam den berühmten Dülmener Wildpferdefang zu erleben. Am Abend ging es dann noch zum „Wilden Wochenende“ in die Innenstadt.
Deutsch-französisches Picknick mit stimmungsvollen Chansons
Bei einem deutsch-französischen Picknick am Sonntagmorgen auf dem Marktplatz hatte auch die Dülmener Bevölkerung Gelegenheit, das Jubiläum der Städtepartnerschaft zu feiern. Bei strahlendem Sonnenschein und stimmungsvollen Chansons des Düsseldorfer Duos „Savoir vivre“ genossen hunderte Gäste ihre mitgebrachten oder vor Ort gekauften Leckereien. Sängerin Noémi Schröder begeisterte mit ihrem Repertoire von Piaf bis Zaz und transportierte gemeinsam mit Klaus Klaas am Keyboard echte französische Lebensart nach Dülmen. Über einige original-französische Spezialitäten konnten sich die Gewinnerinnen und Gewinner der Tombola freuen, die das Pako organisiert hatte. Außerdem gab es Kostproben eines Schinkens aus den französischen Ardennen, die Comité-Präsidentin Marie-Jo Favre gut gelaunt unter den Gästen verteilte.
Am gemeinsamen Infostand der Partnerschaftskomitees lag zudem reichlich Material über die französische Partnerstadt bereit. Diese sei immer eine Reise wert, betonte Bürgermeister Carsten Hövekamp und rief die Dülmenerinnen und Dülmener dazu auf, Charleville-Mézières kennenzulernen. Sein französischer Amtskollege Boris Ravignon betonte, dass er sich schon darauf freue, beim berühmten Marionettenfestival im September auch Gäste aus Dülmen begrüßen zu können. Es sei Aufgabe, beider Kommunen, die Städtepartnerschaft lebendig zu halten. „Sie sind, wir alle sind die Partnerschaft“, betonte er.